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Rum - eine karibische Entdeckungsreise - Nachlese zur Verkostung im Feber 2013
| COMPAÑIA LICORERA DE NICARAGUA, Nicaragua |
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Die Compañia Licorera de Nicaragua wurde 1890 gegründet und hat ihren Sitz in Managua.
Sie nahm die kommerzielle Rumproduktion erst 1937 auf. Die eigentliche Destillerie liegt
in Chichigalpa. Dies hat den Vorteil, direkt in der Nähe der San Antonio Zuckerfabrik optimalen Zugriff
auf die Melasse zu haben. Zu den Marken, die hier destilliert werden, gehören neben Flor de Caña
auch Mombacho und Zapatera. Die Lagerhäuser der Compañia gehören zu den größten Schatztruhen
für karibische Melasse-Rums.
Intensive Röstaromen, zarter Bittermandelton
| Flor de Caña, Centenario Gold, 18 Jahre, 40% |
70cl €48,50 |
| ST. LUCIA DISITILLERS, St. Lucia |
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Rum war auf St. Lucia ein Spätzünder, da auch der Zucker erst im 19. Jahrhundert ein Wirtschaftsfaktor
auf der Insel wurde. St. Lucia Distillers wurde 1972 aus einem Zusammenschluss der Destillerien Dennery und Roseau gegründet.
In den seltensten Fällen nimmt die Geschichte einer Destillerie großen Einfluss
auf die in dem Haus erzeugten Spirituosen. Im Falle dieses Rums sieht das allerdings anders aus:
Am 2. Mai 2007 wurde die Destillerie von einem Brand heimgesucht, der große Teile des Verwaltungs-
und Abfüllgebäudes zerstörte. Zwar wurden die meisten Spirituosen verschont, aber es entstand dennoch ein enormer Schaden für die Brennerei, da der verfügbare Lagerraum für die Fässer zu klein geworden war. Kurzerhand entschied man sich, die Rums an den unterschiedlichsten Plätzen zu lagern.
Das führte dazu, dass einige vergessen und erst nach einiger Zeit wiederentdeckt wurden.
Eine Geschmacksprobe ergab, dass sich diese Fässer besonders gut entwickelt hatten,
und so entschloss man sich zu dieser Sonderabfüllung unter dem Namen "The Forgotten Casks".
Aromen von Honig, Tabak und Kräutern.
| Chairman’s Reserve, “The Forgotten Casks”, 40% |
70cl €48,00 |
Rum wird praktisch in jedem südamerikanischen Land erzeugt, und Ecuador bildet da keine Ausnahme. Jeder Rum, der auf den Markt kommt, besitzt seine eigene Geschichte. Oftmals benutzen die Hersteller besondere Ereignisse oder Personen, um eine neue Spirituose zu kreieren.
Bei diesem Rum
kommt der Namensgeber aus der Natur. Der Cotopaxi erhielt seinen Namen nach einem Vulkan.
Er ist mit 5897m der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Welt.
Und obwohl er aktiv ist, ist der Cotopaxi der am häufigsten bestiegene Berg des Landes
und einer der meist besuchten Gipfel Südamerikas. Wie in Guatemala findet auch in diesem Land
die Lagerung in bergigen Höhen statt – 2.300 Meter über dem Meeresspiegel.
Aromen von Toffee, Nuss und Malz
| Cotopaxi, Single Barrel No. 109, 13 Jahre, 40% |
70cl €78,00 |
| ST. NICHOLAS ABBEY, Barbados |
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Die Brennerei St. Nicholas Abbey existiert seit dem 17. Jahrhundert - ihre Ursprünge reichen
bis ins Jahr 1658 zurück. 2006 wurden die Plantage und das Anwesen von der Familie Warren
übernommen und restauriert. 400 Hektar umfassen die Zuckerrohrfelder, die das Haupthaus umgeben.
Diese 12jährige Abfüllung wird nach einem alten Familienrezept hergestellt und in Eichenfässern gelagert. Jede Flasche wird mit dem Korken einer besonderen Mahagoniart verschlossen.
Aromen von gebrannten Mandeln und Pfirsich, dezent floral
| St. Nicholas Abbey, Single Cask, Limited Reserve, 12 Jahre, 40% |
70cl €148,00 |
| BRISTOL SPIRITS, Barbados |
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Das britische Unternehmen Bristol Spirits leistet hervorragende Arbeit bei der Kreation von Rums,
die von der Art und Weise her einem Malt Whisky ähneln. Rums aus aller Welt werden ersteigert
und mittels Endreifung zur Vervollkommnung gebracht. Diese oft langjährige Lagerung erfolgt im Privatkeller des Firmengründers John Barnett. In seinen Gewölbekellern lagern über 350 Fässer.
Erzeugt werden kleine Batches und Einzelabfüllungen von Single Estate Rums.
Dieser Rum stammt aus der Destillerie Four Square, die als die modernste Brennerei der Karibik gilt.
Intensive Würze, selchige Aromen, Süße von Honig und Pflaumen, etwas schwarze Oliven
| Four Square, 2003, 9 Jahre, 43% |
70cl €54,00 |
| ST. LUCIA DISITILLERS, St. Lucia |
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Dieser Rum wurde 2011 anlässlich des 80jährigen Bestandsjubiläums der Destillerie Dennery kreiert.
Er ist ein Blend aus 9 verschiedenen Fässern, die zwischen 1999 und 2004 gebrannt wurden.
Sieben der verwendeten Fässer waren amerikanische Eichenfässer ( unter anderem ehemalige Bourbonfässer von Jim Beam, Jack Daniels und Buffalo Trace ).
Nach dem Blenden reift der Rum für weitere drei Monate in neutralem Eichenholz.
Ledrige Noten, intensive Würze
| St. Lucia, 1931, 43% |
70cl €74,00 |
Jamaica ist das Land mit der größten Bardichte der Welt – zählt man zu all den legalen Bars
noch die klapprigen Rumbuden dazu, kommt man höchstwahrscheinlich auf eine Bar für jeweils drei Leute. Seit dem 17. Jahrhundert wird auf der ganzen Insel Rum gebrannt.
Das Getränk ist für die jamaicanische Kultur von grundlegender Bedeutung – selbst Nicht-Trinker
haben immer eine Flasche zuhause – als Medizin. Man verreibt ihn auf dem Kopf gegen Erkältungen
und Kahlköpfigkeit und man „tauft“ jedes neu errichtete Gebäude mit ihm. Dieser rituelle Umgang mit Rum stammt von den afrikanischen Wurzeln der Insulaner. Von diesem Land sollte man sich keine anonymen, glatten Rums erwarten, denn sie besitzen eine eigene Identität - unter anderem durch die Verwendung
von Hoch-Ester-Rums, die ihnen eine besondere Würze und Intensität verleihen.
Dieser Rum ist ein Verschnitt aus Destillaten aus zwei verschiedenen Destillerien.
Das Unternehmen Hampden zeichnet sich durch schottische Wurzeln aus und ist Besitzer
einer der ältesten Zuckerrohrplantagen der Insel. Als Kontrast kommt dazu der Rum
aus dem bekannten Haus Monymusk. Die verwendeten Destillate haben ein Alter von 4 bis 23 Jahren.
Noten von mediterranen Kräutern, süße Tomaten, Paprika
| Mezan, Jamaican Barrique, XO, 40% |
70cl €38,00 |
Die Destillerie Trois Frères wurde im Jahr 2002 von den Brüdern Bernard und Richard d’Offay gegründet. Sie entstammen einer Familie, die auf eine lange Tradition in der Wodka-Herstellung zurückblicken kann.
Takamaka Bay St. André wurde zu Ehren ihres Großvaters nach dessen Originalrezept kreiert.
Das Zuckerrohr wird aus Mahé, der Hauptinsel der Seychellen geliefert und stammt ausschließlich
aus organischem Anbau. Die Reduktion der Rhums erfolgt mit reinstem Mineralwasser aus den Bergen.
Fruchtig, untermalt von warmer Vanille
| Takamaka Bay, St. André, 8 Jahre, 40% |
70cl €60,00 |
Madagaskar ist traditionell eine Handelsnation – entsprechend vielfältig sind die Einflüsse
aus der ganzen Welt, die den Rum dieser Insel geprägt haben. Der Ort Dzamandzar
liegt auf der Madagaskar vorgelagerten Insel Nosy Be. Die gleichnamige Destillerie
betreibt auch eine Zuckerproduktion und setzt so die lange Geschichte von Zucker und Rum fort.
Dieser Rum wird nicht aus Melasse hergestellt, sondern aus frischem Zuckerrohrsaft.
Die Lagerung erfolgt in Limousin-Eichenfässern.
Sehr fein, saftig-süß und fruchtig
| Dzama, Vieux, 6 Jahre, 45% |
70cl €58,00 |
1493 landete Christoph Columbus auf der Insel, die von den Indianern Karukera genannt wurde.
1674 wurde die Insel zur französischen Kolonie. Zusammen mit Martinique gilt sie als Wiege
der Zuckerproduktion und als Geburtsstätte des Rhum agricole – sie belieferte den französischen Königshof, der die Produkte bereits früh weltweit bekannt machte. Guadeloupe verfügt über eine hohe Dichte
an Destillerien und produziert mengenmäßig sogar etwas mehr Rhum als Martinique.
Von Anfang an hat Guadeloupe immer mehr Rhum traditionnel auf Melassebasis bereitet als Rhum agricole aus Zuckerrohrsaft. Erst mit dem Niedergang der Zuckerproduktion wuchs der Anteil des Rhum agricole stetig. Die Destillerie Reimonenq wurde 1916 gegründet und verfügt über eine eigene Zuckerrohrplantage
von 25 Hektar.
Dezent rauchige Noten, sehr komplex und würzig
| Reimonenq, Vieux, 3 Jahre, 40% |
70cl €50,00 |
Der Zafra Rum ist benannt nach einem alten Ausdruck für die Zuckerrohrernte. Ursprünglich war Zafra ausschließlich in Südamerika erhältlich. Für die Bekanntmachung der Marke zeichnet
die amerikanische Firma Dana Wine & Spirits verantwortlich, die für den Vertrieb von Zacapa zuständig war, bevor Diageo die Marke übernahm.
Der Rum wird aus hochwertiger Melasse erzeugt und in Bourbonfässern gelagert.
Dieser Rum ist nicht im Solera-System gelagert, sondern reift tatsächlich für 21 Jahre im Fass.
Aromen von getrockneten Pflaumen, Birnen und etwas Muskat
| Zafra, Master Reserve, 21 Jahre, 40% |
70cl €94,00 |
| VIZCAYA, Dominikanische Republik |
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Im späten 18. Jahrhundert wanderte der Spanier Don Juanillo Oliver mit seiner Familie nach Kuba aus,
um dort Zuckerrohr anzubauen. Schon bald wagte er den Schritt zur Rumproduktion, was sich rasch
als goldrichtig erwies: Don Juanillo gelangen mit seinem Betrieb Oliver & Oliver herausragende Rums,
die zu den besten der Welt zählten. Knapp 200 Jahre später, um 1980, entschied der Betrieb,
die gesamte Produktion von Kuba in die Dominikanische Republik zu verlegen, da dort
ähnliche Bedingungen für die Rumgewinnung herrschen.
Auch heute noch destilliert die Firma ausschließlich nach traditionell kubanischer Methode. Einige der hier produzierten Marken sind Cubaney, Opthimus, Unhiq und Guantanamera.
Der Vizcaya wird nach einem Rezept hergestellt, das aus dem 19. Jahrhundert stammt.
Aromen von Vanille, Zimt und Ahornsirup
| Vizcaya, VXOP, Cask No. 21, 40% |
75cl €58,00 |
Auf Barbados wurde englischen Kaufleuten erstmals bewusst, dass sie mit Zucker ein Vermögen
verdienen konnten – und das ohne großen Aufwand. Ein gewisser Captain Thomas Walduck
machte im 18. Jahrhundert folgenden Eintrag in sein Logbuch: „Bei allen neuen Siedlungen,
die die Spanier errichten, bauen sie zuerst eine Kirche; das erste, das die Holländer in einer neuen Kolonie bauen, ist eine Festung; die Engländer jedoch, und sei es in den fernsten Winkeln
oder unter den schlimmsten Barbaren, eröffnen als erstes ein Wirtshaus“.
1627 kolonialisierten die Engländer Barbados. Nur 20 Jahre später gab es im Hauptort Bridgetown bereits 120 Schenken. In jener Zeit war die lokale Spirituosenspezialität der so genannte Kill Devil -
ein weißer ungereifter und höchstwahrscheinlich auch eher ungenießbarer Rum.
Der Kaniché XO Double Wood ist eine Abfüllung aus dem Cognac-Haus Pierre Ferrand.
Die erste Reifung dieses Rums erfolgt in Bourbonfässern auf der Insel selbst, dann werden die Fässer
nach Frankreich verschifft, wo der Rum in alte Cognac-Fässer umgefüllt wird
und bis zu seiner Abfüllung lagert.
Aromen von Vanille, Kokos, Kakao, Eichenholz
| Kaniché, XO, Double Wood, 40% |
70cl €66,00 |
| A.H. RIISE, St. Thomas – U.S. Virgin Islands |
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Im Jahre 1837 erteilte Kopenhagen einem gewissen Albert Heinrich Riise den Auftrag,
auf der zu Dänemark gehörenden Insel St. Thomas eine Apotheke zu errichten,
nachdem ein verheerender Wirbelsturm den Großteil der Insel zerstört hatte.
Mit der Errichtung der Apotheke erhielt Riise auch das Exklusivrecht zur Alkoholproduktion.
Als Gegenleistung verpflichtete er sich, die Armen der Insel unentgeltlich mit Medikamenten zu versorgen.
Die Apotheke florierte, und von Anfang an erwarb sich Riise beachtliche Nebeneinkünfte
durch den Import exklusiver Weine und Delikatessen, sowie den Vertrieb von Premiumspirituosen.
Er schuf ein Imperium für Luxusgüter, das sich über die Jahrhunderte weiterentwickelte.
Dieser Rum ist eine Hommage an den Firmengründer, der das Rezept ursprünglich für die dänische Flotte entwickelt hatte. Er belieferte mit dem Rum die Schiffe, die im Hafen von Charlotte Amalie,
früher Danish-West-Indies, anlegten.
Es handelt sich hierbei um einen Verschnitt verschiedener, bis zu 20 Jahre gereifter Destillate.
Die genaue Rezeptur ist bis heute ein gut gehütetes Geheimnis.
Sehr gefällig, dicht und süß.
| A.H. Riise, Danish Navy Rum, 40% |
70cl €68,00 |
Als die Franzosen im 18. Jahrhundert die Insel beherrschten, führten sie das Zuckerrohr als Nutzpflanze ein. Bald darauf begann die Rumproduktion, die bis heute einen bedeutenden Industriezweig darstellt,
obwohl von den ursprünglichen 37 Destillerien nur mehr 4 in Betrieb sind.
Der Pink Pigeon Original ist eine Abfüllung von Berry Brothers & Rudd. Benannt ist dieser Rum
nach der Rosentaube, einer seltenen Vogelart, die nur auf Mauritius lebt.
Eine spezielle Gewürzmischung wird hier zur Aromatisierung verwendet, das genaue Rezept dafür
wird von der Destillerie streng unter Verschluss gehalten. Bekannt sind nur die Komponenten Muskatnuss und Vanille aus Madagaskar.
Vanilleschote pur – erdig, sehr würzig und süß
| Pink Pigeon Original, 40% |
70cl €42,00 |
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